Es gibt eine Lösung gegen Teichgeruch, die keine Pumpe braucht, keinen Strom verbraucht und nebenbei noch gut aussieht: Unterwasserpflanzen. Sie werden in vielen Ratgebern erwähnt, aber selten wirklich erklärt. Dabei ist ihr Beitrag zur Wasserqualität erheblich – und in manchen Teichen machen sie mehr Unterschied als jedes technische Gerät.
Was Unterwasserpflanzen im Teich leisten
Unterwasserpflanzen – also Pflanzen, die vollständig oder überwiegend untergetaucht wachsen – betreiben Photosynthese direkt im Wasser. Dabei nehmen sie Kohlendioxid auf und geben Sauerstoff ab. Der entscheidende Unterschied zu Schwimm- oder Uferpflanzen: Dieser Sauerstoff wird direkt ins Wasser abgegeben, genau dort, wo er gebraucht wird.
Das ist ein erheblicher Vorteil. Ein Teich mit gutem Unterwasserpflanzenbestand hat tagsüber bei Sonnenlicht deutlich höhere Sauerstoffwerte als ein vergleichbarer Teich ohne – und höherer Sauerstoffgehalt bedeutet weniger anaerobe Prozesse, weniger Schwefelwasserstoff, weniger Geruch.
Dazu kommt: Unterwasserpflanzen entziehen dem Wasser aktiv Nährstoffe – vor allem Nitrat und Phosphat, die Haupttreibstoffe für Algenwachstum. Ein üppiger Unterwasserpflanzenbestand konkurriert direkt mit Schwebealgen um diese Nährstoffe und kann deren Wachstum erheblich eindämmen. Das klärt nicht nur das Wasser, sondern reduziert auch den Geruch, der bei absterbenden Algen entsteht.
Tannenwedel – der Klassiker
Tannenwedel (Hippuris vulgaris) ist eine der bekanntesten Unterwasserpflanzen für den Gartenteich. Er wächst schnell, ist robust und produziert zuverlässig Sauerstoff. Seine nadelartigen Quirlblätter haben eine große Oberfläche für die Photosynthese – ein Vorteil gegenüber flächigen Blättern.
Tannenwedel ist winterhart, kommt mit unterschiedlichen Tiefen zurecht und lässt sich leicht zurückschneiden, wenn er zu wuchsig wird. Für Teiche mit Geruchsproblemen ist er eine der ersten Empfehlungen.
Wasserpest – der Sauerstofflieferant
Wasserpest (Elodea canadensis oder Egeria densa) hat einen Ruf als aggressive Pflanze, die schnell überhandnimmt. Das stimmt – aber das macht sie auch zu einem effektiven Sauerstoffproduzenten. Wer Wasserpest einsetzt, sollte bereit sein, sie gelegentlich zurückzuschneiden.
Besonders wertvoll ist Wasserpest in den kritischen Sommermonaten. Sie produziert bei gutem Licht innerhalb weniger Stunden sichtbar Sauerstoffbläschen – ein beruhigender Anblick, der gleichzeitig zeigt, dass sie arbeitet.
Hinweis: Die nicht-heimische Egeria densa sollte nicht in natürliche Gewässer eingebracht werden. Im abgeschlossenen Gartenteich ist sie aber unbedenklich.
Hornkraut – robust und pflegeleicht
Hornkraut (Ceratophyllum demersum) ist die wohl anspruchsloseste der drei Arten. Es braucht keine Wurzelung, treibt frei im Wasser oder liegt am Boden, und kommt auch mit wenig Licht gut zurecht. Ideal für tiefere oder beschattete Teiche.
Es produziert etwas weniger Sauerstoff als Wasserpest, ist dafür extrem robust und kann auch in nährstoffreichen, leicht trüben Teichen gut wachsen – genau dort, wo das Gleichgewicht oft aus dem Ruder läuft.
Wie viel Unterwasserpflanzen man braucht
Als Orientierung gilt: etwa ein Bündel Unterwasserpflanzen pro 1.000 Liter Teichwasser. Das ist ein Mindestwert. Ein höherer Anteil an Unterwasserpflanzen ist in den meisten Fällen besser – vorausgesetzt, man behält die Wuchsdynamik im Blick.
Wichtig: Unterwasserpflanzen brauchen Licht. In einem sehr trüben Teich mit dichter Algenblüte kommen sie zunächst kaum zur Geltung, weil das Licht nicht bis in die Tiefe dringt. Wer die Algenblüte zuerst mit einem UV-Klärer oder durch Nährstoffreduktion eindämmt, ermöglicht den Unterwasserpflanzen, sich zu etablieren – und von dort an arbeiten sie für einen.
Einmal eingewachsen, sind Tannenwedel, Wasserpest und Hornkraut eine dauerhafte, wartungsarme Unterstützung für die Wasserqualität. Kein Strom, keine Wartung, kein Aufwand – nur Licht und ein bisschen Platz.
